Mini-Whip Antenne Saintummers Projekte

Lang- Mittel- Kurzwelle

Der Aufbau von Antennen Außerhalb des Hauses (über Dach) ist nur von Fachpersonal durchzuführen.
Die Vorschriften des Blitzschutzes, der Elektroinstallationen und des Arbeitsschutzes sind einzuhalten.  

Bei der Beschäftigung mit Radios, sieht man heute, dass auf den AM Bändern (Lang- ,Mittel- und Kurzwelle) ohne vernünftige Antenne kaum Sender zu Empfangen sind. Es muss eine Antenne gebaut werden, schon um die etwas älteren Radios zu testen. Warum ist das jetzt notwendig? Die großen Sender sind leider in Mitteleuropa verschwunden und zusätzlich lauft nun jede Menge an digitalen Geräten in unseren Wohnräumen. Schaltnetzteile, LED Leuchtmittel, Monitore etc.
Am schlimmsten sind die sogenannten Powerline Adapter, welche eine LAN Leitung über die Steckdosenverkabelung herstellen. Die Stromleitungen sind ja nicht geschirmt. Daher braucht man sich nicht wundern, dass so ein Powerline Adapter in Zusammenhang mit der Stromleitung einen schöner Störsender darstellt.
Es muss eine Antenne sein, welche Außerhalb des digitalen Störnebel des Hauses liegt und trotzdem einfach zu realisieren ist.
Langdraht- und Dipolantennen schieden schon wegen der Größe (Frequenzbedingt) und dem damit verbundenen Aufwand aus.

E-Feld Antenne bietet sich an. Sehr klein, billig, koaxiale Ableitung und Breitbandig von 10kHz - 30MHz.

Damit war die Entscheidung für die E-Feld Antenne gefallen, diese werden als "Mini-Whip", "Boni-Whip" oder "....-Whip" am Markt angeboten. Siehe auch Artikel von Guenter Fred Mandel , DL4ZAO zu Aktiven Antennen.
Über das Thema ist in Internet einiges zu finden.

Besonderen Dank an Hr. Guenter Fred Mandel, DL4ZAO für die Anleitungen auf seiner Seite zu diesem Thema.
www.dl4za.de/
www.dl4zao.de/active_antenna/index.html

Mini-Whip Antenne

Installation am Dachboden bei Außenwand ohne Nachbarhaus.(ca.12m über Straßenniveau)
Das Netzteil und die Fernspeiseweiche wurden am sogenannten "Cable-Junction" des Hauses installiert.
An diesem Punkt kommen alle LAN, SAT und sonstigen Kabel zusammen.
Erdleitung 16mm² vom Haus PAG, Erdleitung 4x2,5mm² weiter zum Dachboden. Mini Whip Installation Achtung: Die Erdleitung muss an der BNC Buchse der Mini-Whip angeschlossen werden. Sonst funktioniert die Antenne nicht.
Die Erdleitung muss nahe dem Koaxkabel geführt werden, um unerwünschte Induktionsschleifen zu vermeiden.
Der Ausgang 12V Minuspol des Netzteiles wird natürlich NICHT mit dem Blechgehäuse verbunden, da sonst eine Groundschleife via Schutzerde und Koaxmantel gebildet wird.

Im bekannten Internet Auktionshaus habe ich vor einiger Zeit für kleines Geld eine Mini-Whip gebraucht erstanden. Steckernetzteil, Fernspeiseweiche und die eigentliche Antenne. Für den Echtbetrieb habe ich aber ein Neues Netzteil und Weiche gebaut.
Mini Whip ANtenne Die Antenne ist professionell gefertigt. Solides Gehäuse mit Luftventil (Vermeidung von Kondenswasser) für den Ausseneinsatz geeignet.
Im starken Kontrast dazu ein billiges Netzteil an dem schon einiges herum gelötet wurde und eine ziemlich gebastelte Fernspeiseweiche mit einer abenteuerlichen Verdrahtung. Die Weiche und das Netzteil sind nicht vom Hersteller der Mini-Whip, aber diese Teile werden so nicht verwendet und neu erstellt.
Die Fernspeiseweiche hatte einen mit Filzstift handgezeichneten schlecht geätzten Print. Die Leitungsführung HF Technisch ungünstig ausgeführt.
Das habe ich schnell mal geändert, mit dem Plan später Netzteil und Weiche "richtig" zu machen.
Nur für die Test etwas umgebaut, aber so nicht geeignet für den Echtbetrieb.
Fernspeise
Das schlechte Netzteil habe ich ebenfalls nicht verwendet..
bad power supply

Koaxkabel

Zur Ableitung von Antenne zu Empfänger ist ein 50 Ohm Koaxkabel erforderlich. Anstatt des üblichen RG58 habe ich das "H155 PVC" Kabel gewählt. Hersteller Belden, Doppelt geschirmt, Mantelfarbe grau, Außendurchmesser 5,4mm.
Es ist etwas teurer als das standard RG58, hat aber bessere Eigenschaften und die Arbeit des Kabel Einziehens will ich mir nicht mehr machen. Dazu sind BNC Stecker, welche für den Kabeltyp geeignet sind notwendig. Für die Montage braucht man ein Abisolierwerkzeug und eine Crimpzange. Es gibt auch Lötbare BNC Stecker aber am Dachboden, oder auf der Leiter, will ich nicht löten. Daher Crimp BNC Stecker.

Fernspeiseweiche nach DL4ZAO

Ich habe hier nach den Vorschlägen von Hr. Guenter Fred Mandel eine Weiche gebaut. Bias-Tee Basic-100.pdf und Uni-Tee.pdf
Die verschiedenen Drosselbestückungen L1, L2, L3 werde ich noch testen, da ja Bias-Tee und Uni-Tee hier unterschiedlich sind.
Der Print ist mit zwei BNC Buchsen in ein Weißblech Modulgehäuse eingebaut. Schraubbefestigung für Erdanschluss ist vorgesehen. (Test erforderlich)
Fernspeise Weiche göffnet: Fernspeise Weiche offen
Schaltung: Fernspeise Weiche Schema
Print: Abmessung 49x32mm Fernspeise Weiche Print
Bias Tee Loetseite Die parallel Widerstände 4K7 zu den beiden Drosseln, wurden an der Lötseite des Prints angebracht. Habe ich beim Print entwerfen vergessen..

Der genaue Aufbau und auch Wicklung der Drosselspule ist dem Dokument Bias-Tee Basic-100.pdf
zu entnehmen.





Netzteil

Das Steckernetzteil habe ich verworfen, da es meine Eingangs Qualitätskontrolle nicht bestanden hat, siehe Bild oben. Außerdem verwende ich nicht gerne Steckernetzteile im Dauerbetrieb.
Einfaches Netzteil im Teko Alugehäuse 3/B1 102x72x44mm
Die Mini-Whip Antenne zieht bei 12V ca. 58mA.
Fernspeise Netzteil Das Netzteil bekommt noch eine Schutzerdung am Gehäuse.
hier habe ich einen vorhandenen 2x6V Trafo verwendet, zum Unterschied vom Printvorschlag.
Schaltung: Fernspeise Netzteil Schema Print: Fernspeise Netzteil Print

Netzteil Gehäuse Erdung:
Das Metallgehäuse des Netzteiles ist nicht mit GND verbunden. Es gibt Hohlbuchsen mit Verbindung GND zu Gehäuse und welche aus Kunststoff ohne diese Verbindung. Hier ist die Kunststoffversion vorzuziehen. Da bei einer Erdung des Gehäuses eine unerwünschte Erdschleife entsteht.

Fazit

Die Antenne lag nur unbenutzt herum, habe immer nur kurz getestet. Netzteil und Weiche hatte ich auch schon neu gemacht aber noch nicht montiert.
Immerhin das Kabel habe ich schon voriges Jahr eingezogen.
Nun durch die Covid-19 Situation konnte ich die Antenne in den Echtbetrieb bringen, da nun Zeit vorhanden ist.
Test mit einem 1959er Ingelen , ELV WE1 und Grundig Satellit 6001 Empfänger.
Ohne Antenne am Arbeitsplatz kein Empfang (klar der Störnebel) der ELV brachte im 49m Band etwas.
Die Wirkung der Antenne ist sehr gut und sofort zu bemerken, wenn man das Kabel zieht
Mit Antenne 3 Sender auf LW, MW 2 - 3 Sender. Auch auf KW bringt der Ingelen Sender herein. Abends natürlich mehr.
Der Grundig ist auf LW etwas schwächer als der Ingelen, aber auf KW kommen Abends sehr viele Stationen herein. Hier ist auch der große Unterschied beim Umschalten auf die interne Teleskopantenne zu bemerken. So macht das Radio wieder Spass. Wahrscheinlich könnte man das Ergebnis verbessern, wenn die Antenne noch ein paar Meter über das Dach geht. Habe hier dann aber Bedenken bzgl. Blitzschutz.
Die Erdung am Antennenfuß ist wichtig, ohne diese Erdung hat die Antenne keine Wirkung. Siehe auch Dokus von Hr. Mandel www.dl4za.de/

Mantelwellensperre

Dazu wurde ein Amidon Kern (Material 43) verwendet. Reichelt: FT240-43
Das H155 Koax Kabel wurde lt. Bild auf den Kern gewickelt und mit Kabelbindern gesichert.
Mantelwellensperre Amidon Kern Einbau in eine Installationsdose 90x90x52mm. An die Kabelenden wurden BNC Steckern gecrimpt.
Mantelwellensperre komplett Die Mantelwellensperre wurde zwischen Antennenleitung und der Fernspeiseweiche eingefügt.

---------------- wird fortgesetzt..----------------

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